Mittelmeer Krankheiten

 

Mittelmeer-Krankheiten

 

Warum diese Informationen wichtig sind

Viele Hunde aus spanischen Auffangstationen haben eine bewegte Vergangenheit – und eine hoffnungsvolle Zukunft bei Menschen, die ihnen ein neues Zuhause schenken. In südlichen Ländern sind bestimmte Infektionskrankheiten verbreitet, die in Mitteleuropa kaum vorkommen. Sie werden durch Mücken oder Zecken übertragen und können bei Hunden gesundheitliche Folgen haben.

Diese Seite bietet Ihnen einen klaren Überblick über vier sogenannte Mittelmeerkrankheiten – Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose und Filariose (Herzwürmer). Sie erfahren, wie sie übertragen werden, wie gefährlich sie für Hunde sind, und ob ein Risiko für Menschen besteht.

Unser Ziel: Verständlich informieren, ohne zu verunsichern. Denn mit guter Vorbereitung, tierärztlicher Begleitung und viel Herz steht einem glücklichen Zusammenleben nichts im Weg.

 

Kurze Beschreibungen & neutrale Gefährlichkeits­einschätzungen

1. Leishmaniose

Was ist das? Eine Infektion mit Leishmania-Parasiten, die durch Sandmücken übertragen werden. Die Parasiten befallen Zellen des Immunsystems und können Haut, Organe und Knochenmark betreffen.

Typische Symptome:

  • Hautveränderungen, Haarausfall
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Nierenprobleme in späteren Stadien

Gefährlichkeit für Hunde:

  • Mittel bis hoch, je nach Verlauf.
  • Die Krankheit ist chronisch und nicht heilbar, aber gut behandelbar, wenn sie früh erkannt wird.
  • Unbehandelt kann sie lebensbedrohlich werden.

Gefährlichkeit für Menschen:

  • Menschen können Leishmaniose bekommen, aber nicht durch den Hund, sondern nur durch Sandmücken.
  • Das Risiko in Deutschland ist sehr gering.

2. Babesiose

Was ist das? Eine Infektion durch Babesia-Parasiten, die durch Zecken übertragen werden. Sie zerstören rote Blutkörperchen.

Typische Symptome:

  • Fieber
  • Schwäche
  • Dunkler Urin
  • Blutarmut

Gefährlichkeit für Hunde:

  • Hoch, wenn sie nicht schnell behandelt wird.
  • Mit schneller Therapie ist die Prognose gut.
  • Unbehandelt kann sie innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich werden.

Gefährlichkeit für Menschen:

  • Die in Europa vorkommenden Babesien-Arten sind für Menschen praktisch irrelevant.
  • Eine Übertragung vom Hund auf den Menschen findet nicht statt.

3. Ehrlichiose

Was ist das? Eine bakterielle Infektion (Ehrlichia canis), ebenfalls durch Zecken übertragen. Die Bakterien befallen weiße Blutkörperchen und beeinflussen das Immunsystem.

Typische Symptome:

  • Fieber
  • Nasenbluten oder blaue Flecken
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit

Gefährlichkeit für Hunde:

  • Mittel bis hoch, abhängig vom Stadium.
  • Akut gut behandelbar, aber chronische Verläufe können schwierig sein.
  • Ohne Behandlung kann sie schwerwiegend werden.

Gefährlichkeit für Menschen:

  • Ehrlichia canis gilt nicht als humanpathogen.
  • Andere Ehrlichia-Arten können Menschen infizieren, aber nicht über Hunde.

4. Filariosen (Herzwürmer)

Was ist das? Eine Infektion mit Dirofilaria immitis, übertragen durch Stechmücken. Die Würmer siedeln sich im Herzen und in den Lungengefäßen an.

Typische Symptome:

  • Husten
  • Atemnot
  • Leistungsschwäche
  • In schweren Fällen Herzversagen

Gefährlichkeit für Hunde:

  • Hoch, wenn die Infektion weit fortgeschritten ist.
  • Die Behandlung ist möglich, aber aufwendig und nicht risikofrei.
  • Früh erkannt ist die Prognose deutlich besser.

Gefährlichkeit für Menschen:

  • Menschen können sich extrem selten infizieren, aber die Würmer entwickeln sich nicht vollständig.
  • Es entsteht höchstens ein kleiner, gutartiger Lungenknoten.
  • Keine Übertragung vom Hund auf den Menschen.